KfW-Gründungsmonitor 2019 Gründungstätigkeit in Deutschland stabilisiert sich

11 Sep KfW-Gründungsmonitor 2019 Gründungstätigkeit in Deutschland stabilisiert sich

Zahl der Existenzgründer kaum verändert

Gestützt durch die gute Binnenkonjunktur hat sich die seit Jahren rückläufige Gründungstätigkeit in Deutschland 2018 stabilisiert. Die Zahl der Existenzgründer ist mit 547.000 im Vergleich zum Vorjahr nur noch leicht gesunken (-10.000 bzw. -2 %). Für die Gründungstätigkeit 2019 sind die Vorzeichen widersprüchlich. Arbeitsmarkt- und Konjunkturprognosen geben in Summe ein negatives Signal. Dagegen gibt es mehr Gründungsplanungen, was eine positive Entwicklung erwarten lässt.

Mehr Existenzgründungen durch Frauen

Die Zahl der Existenzgründungen durch Frauen ist um 4 % gestiegen, während Existenzgründungen durch Männer weiter rückläufig sind (-5 %). Der Anteil von Frauen hat sich damit wieder auf 40 % erhöht. Für die Gründungsentscheidung von Frauen ist ‚Unabhängigkeit‘ häufig ein entscheidender Aspekt. Offenbar fehlte diese Unabhängigkeit bei vielen Jobangeboten auf dem Arbeitsmarkt, weshalb die Selbstständigkeit 2018 von Frauen häufiger als die bessere Erwerbsalternative angesehen wurde.

Neugründungen liegen im Trend

Neugründungen dominieren die Gründungstätigkeit seit jeher. Im Jahr 2018 waren es so viele wie nie: 8 von 10 Existenzgründern machten sich selbstständig, indem sie unternehmerische Strukturen erstmalig aufbauten. Auch bei Existenzgründungen durch Übernahmen bestehender Unternehmen gibt es seit einiger Zeit eine positive Entwicklung: Ihr Anteil ist bis 2018 sukzessive auf 13 % angestiegen. Angesichts der hohen Zahl an Mittelständlern, bei denen auf absehbare Zeit die Nachfolge ansteht, eine gute Nachricht. Tätige Beteiligungen als dritter Weg der Existenzgründung verloren dagegen an Bedeutung.

Gründungen deutlich kapitalintensiver

In den vergangenen 10 Jahren hat sich der durchschnittliche Kapitaleinsatz von Gründern merklich erhöht. Insbesondere Vollerwerbsgründer setzen größere Summen ein. Insgesamt ist die Gründungsfinanzierung eine Herausforderung, an der bereits viele Gründungsplaner scheitern. Zuletzt ist die Barrierewirkung von Finanzierungsproblemen nochmals stärker geworden. Finanzierungsprobleme sind vor dem finanziellen Risiko das Gründungshemmnis mit der höchsten Barrierewirkung.
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